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Hermann Gunkel (1862-1932)

Hermann Gunkel - Deutscher evangelischer Theologe, geboren am 23.5.1862 als Pastorsohn in Springe bei Hannover

Hermann Gunkel

Biographie

Schon sein Grossvater war Pastor gewesen, der Urgrossvater, mit Namen Kunkel, ein Katholik, der zum Protestantismus übergetreten war. Das Studium der Theologie – Hebräisch hatte er nach damaligem Brauch schon auf dem Lüneburger Gymnasium gelernt – begann er im 1881 in Göttingen. Gleichzeitig studierte er auch Germanistik, Geschichte und Philosophie. Die Göttinger Studienzeit wurde durch 3 Semester in Giessen unterbrochen. 1888 trat Gunkel mit seiner Göttinger Dissertation.

Grossenteils durch Privatunterricht verdient er Geld in dieser Zeit.

1888 Privatdozent ebd., 1889 Privatdozent in Halle (Umhabilitation vom Neuen zum Alten Testament).

1894 heiratet er Elisabeth Beelitz, Tochter eines Dompredigers.

1895 ausserord. Professor fГјr Altes Testament in Berlin,

1907 ordentl. Professor in Giessen: die Giessener Jahre hat er später als die schönsten seines Lebens genannt.

1920 ordentl. Professor in Halle.

Um die Mitte der 20-er Jahre liessen seine Kräfte nach. Beschwerden der inneren Organe und Arteriosklerose bewogen ihn 1927, sich emeritieren zu lassen und sich fortan mit einem Lehrauftrag für alttestamentliche Literaturgeschichte zu begnügen; seinen Lehrstuhl übernahm Hans Schmidt, der ihm auch schon in Giessen nachgefolgt war.  Über seinen eigenen Zustand berichtete er illusionslos. Am 11. März 1932 ist er in Halle gestorben. Vorwort für die dritte, unveränderte Auflage von Hermann Gunkels Die Wirkungen des heiligen Geistes, nach der populären Anschauung der apostolischen Zeit und nach der Lehre des Apostels Paulus, Göttingen 1909 (1. Aufl. 1888), mit eigenhändigen Korrekturen Gunkels. Die Bemerkungen von Hermann Gunkel

Vorwort für die dritte, unveränderte Auflage von Hermann Gunkels "Die Wirkungen des heiligen Geistes, nach der populären Anschauung der apostolischen Zeit und nach der Lehre des Apostels Paulus", Göttingen 1909 (1. Aufl. 1888), mit eigenhändigen Korrekturen Gunkels

Die Beschäftigungsfelder

Gunkel war ein Hauptvertreter der sogenannten "Religionsgeschichtlichen Schule". Neben grundlegenden Forschungen zum Alten (z.B. Formgeschichte), aber auch zum Neuen Testament, war er mit seiner Vortrags- und Publikationstätigkeit massgeblich an der so genannten theologischen Aufklärung der Bevölkerung beteiligt.

Gunkel war unter anderem Mitherausgeber von "FRLANT" sowie der 1. und 2. Aufl. von RGG. Die Themen, mit deren er beschäftigt war:
„Forschung zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Tesstaments“, „Die Wirkungen des heiligen Geistes nach der populären Anschauung der apostolischen Zeit und der Lehre des Apostels Paulus“,
er schrieb Vorwort zum Buch „Schöpfung und Chaos in Urzeit und Endzeit“, Probevorlesung über „Die eschatologische Hoffnung des Judentums in ihrem Verhältnis zu alt- und neutestamentlichen Erwartungen“.

Beim weiteren Überdenken der Thematik seiner Probevorlesung machte er die Entdeckung, dass das 12. Kapitel der Johannesoffenbarung mythologisch sei, worüber er „in einen hohen Enthusiasmus geriet: „ich schwebte über der Erde wie die seligen Götter!“. Auf die Erde zurückgekehrt, führte er dann jene mythologische Tradition auf die alte babylonische Kosmogonie zurück, in deren Nachgeschichte sowohl die Darstellung der urzeitlichen Schöpfung im ersten Kapitel der Bibel (also Gen 1) als auch die Weissagung der endzeitlichen Schöpfung in der Johannesoffenbarung gehöre.

Das Alte Testament sahe er wie „Eigentlicher Mutterschoss des Evangeliums“. Am wenigsten hat Gunkel im Detail zur Erklärung der Propheten beigetragen. Neutestamentliche Arbeiten hat er nur noch im Ausnahmefall veröffentlicht.

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Zunächst beeinflusst von A. Ritschl, vollzogen sie bald bewusst die Abkehr von dessen auf dogmatischen Überlegungen fussender historisch-kritischer Bibelexegese. Unter Aufnahme auch von philologischen und altertumswissenschaftlichen Ansätzen traten die Mitglieder jener Schule für einen radikalen Historismus in der theologischen Forschung ein, der Bibel und zeitgleich entstandene urchristliche Zeugnisse in einen universalen geistes- und kulturgeschichtlichen Zusammenhang stellte. Dabei wurden jüdische, babylonische, persische und hellenistische Einflüsse auf das entstehende Christentum nachgewiesen. Konsequent führte dieser Ansatz zu einer verstärkten Beschäftigung mit fremden Religionen. Ein Vergleich der verschiedenen Religionen miteinander wurde jedoch nicht angestrebt; das Bemühen galt allein dem Verstehen der Entstehung des Christentums durch Untersuchung der in ihm nachweisbaren äusseren Einflüsse.

Die Bedeutung der "Religionsgeschichtlichen Schule" reichte nun aber weit über den innertheologischen Bereich hinaus. Konstitutiv wurde das Bestreben ihrer Vertreter, die teilweise revolutionären Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dem lag die Überzeugung zugrunde, dass die populäre Vermittlung ihrer theologischen Forschungsergebnisse zu einer Erweiterung des religiösen Bewusstseins in breiten Bevölkerungsschichten führen müsse. So entwickelten sie eine rege Vortragstätigkeit. Ihre populärwissenschaftlichen Publikationen - Buchreihen wie die "Religionsgeschichtlichen Volksbücher", die "Lebensfragen", die "Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments" (FRLANT) oder das "Göttinger Bibelwerk", aber auch ihr grosses Lexikonwerk "Die Religion in Geschichte und Gegenwart" (RGG) - fanden nach der Jahrhundertwende regen Absatz.

Die Abkehr vom Historismus in der evangelischen Theologie führte nach dem Ersten Weltkrieg zum Niedergang der "Religionsgeschichtlichen Schule", zumal mehrere ihrer führenden Vertreter früh verstorben waren. Doch von ihnen entwickelte und in der Theologie etablierte Begriffe wie "Traditionsgeschichte", "Formgeschichte", "Sitz im Leben", "Spätjudentum", "Hellenistische Hermann Gunkel - der Theologe des Alten TestamentesGemeinde" verweisen auf eine immer noch andauernde Wirkungsgeschichte.

Bedingt durch eine vorsichtige Rückbesinnung auf die Fragestellungen des theologischen Historismus in der heutigen "postdialektischen" Phase der deutschen Theologie, finden jedoch die Forschungsansätze der "Religionsgeschichtlichen Schule" wieder verstärktes Interesse.

Zitaten von Gunkel und seiner Zeitgenossen

  • zu den historisch arbeitenden Theologen: „Unser Volk dГјrstet nach euren Worten Гјber die Religion und ihre Geschichte! Seid ja nicht zu Г¤ngstlich und glaubt ja nicht das, was ihr erkannt habt, dem Laien verschweigen zu mГјssen!…Wenn ihr aber schweigt, dann reden die SchwГ¤tzer!“
  • Гњber sich selbst: „FГјr Leute die eine AutoritГ¤t haben wollen, bin ich eine unbequeme FutoritГ¤t, weil ich mich so oft Г¤ndere.“
  • Gunkel erscheint als „ein nervГ¶ser Mensch, stГ¤ndig niedergedrГјckt und verbittert."
  • W.Baumgartner: er sei eine „eher spiessbГјrgerliche Figur…mit HГ¤ngebacken und einem…langen Schnurrbart“
  • Budde: er war in hohem Grade bereit, „zu lernen, Fehler einzugestehen und zu berichtigen“.
  • „Alles in allem genommen wГјrde Giessen mit Gunkels Berufung sicher eine glГ¤nzende Vertretung des Fachs, eine wirkliche Zugkraft erhalten, einen Mann, der auch die Aussicht einer Entwicklung Гјber sich hinaus erГ¶ffnet.“

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